Dienstag, 27. Februar 2018

No Billag, No Culture.

NEIN zu “No Billag” am 4. März

Am 4. März stimmt die Schweiz über die «No Billag» Initiative ab. Auf dem Spiel stehen nicht nur die freie Meinungsbildung und Angebote für Minderheiten, sondern auch die kulturelle Tradition der Schweiz: von Volksmusik bis Techno, vom Kurzfilm bis zum Spielfilm, von der Förderung von Jungautoren bis zum Humorfestival. Als Musiker liegt mir besonders dieses Thema am Herzen:

Neben der SRG und regionalen Fernsehsendern sind über 20 Lokalradios auf die Beiträge der Öffentlichkeit angewiesen. Nicht nur die Spezialsender und Spartensendungen der SRG, sondern auch die kleinen Non-Profit-Radiostationen leisten sehr wertvolle Aufbauarbeit; beispielsweise indem sie neue Künstler aufbauen, Musik aus weniger populären Sparten spielen, Konzerte übertragen oder Veranstaltungshinweise platzieren. Mir ist kein rein privat finanzierter Radiosender bekannt, der in diesem Bereich Substantielles leistet.

Gemäss dem Wirtschaftsmagazin Bilanz gehen Experten davon aus, dass in der gesamten Schweizer Musikbranche knapp ein Dutzend KünstlerInnen gut von der Musik leben kann. Alle anderen sind auf Nebenerwerb angewiesen. Der Markt ist also bereits für Popmusik schlicht zu klein und Genres wie Klassik, Volksmusik, Schlager, Jazz, HipHop, Techno, Reggae oder Rock würden ohne Unterstützung medial gar nicht mehr stattfinden können. Vielen Künstlern würde die wichtigste Möglichkeit genommen, ihren Bekanntheitsgrad überregional auszubauen, und ein grosser Teil der Einnahmen aus Konzertgagen und Urheberrechtsentschädigungen würden praktisch wegfallen.

Ebenfalls betroffen wäre das zweite Standbein von vielen Künstlern: Vermittlungs- und Werbeagenturen, Produzenten und Studios oder Konzertlokale wie der Gare de Lion.

Unser Schweizer Kulturgut verdient Pflege und Unterstützung. Darum ein überzeugtes NEIN zu «No Billag».



Michael Sarbach (Grüne prowil) ist Mitglied im Wiler Stadtparlament und spricht sich gegen die No-Billag-Initiative aus. Archiv.