Montag, 9. November 2015

Jetzt im Saiten Magazin: "Im «Ziferblat» zahlt man für die Zeit"

Während sich die öffentliche Wahrnehmung auf die Flüchtlingsströme aus dem nahen und mittleren Osten und aus Teilen von Afrika fokussiert, droht weitgehend unbemerkt auch mitten in Europa eine humanitäre Krise. Die Annexion der Krim und der vom Kreml lancierte Destabilisierungskrieg in der Ostukraine haben bislang nicht nur rund 17'000 Verletzte und an die 7'000 Menschenleben gefordert, sondern auch ein Flüchtlingsdrama vom Ausmass der Balkan-Kriege in den 90er Jahren ausgelöst. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR spricht von bislang 1.4 Millionen Binnenvertriebenen - die Dunkelziffer dürfte jedoch um einiges höher sein.
Ein kurzer, persönlicher Erfahrungsbericht von meiner letzten Ukraine-Reise im Sommer 2015 im Saiten (Ostschweizer Kulturmagazin) gibts hier: http://www.saiten.ch/im-ziferblat-zahlt-man-fuer-die-zeit/

Samstag, 7. November 2015

Anpassung Tagesstrukturen: Votum

Die Fraktion GRÜNE prowil unterstützt die Implementierung der Tagesstrukturen zu 100%. Dieses „freiwillige Angebot“ ist heute nicht mehr wegzudenken und ein wichtiger Standortfaktor.

Es ist aber auch eine Tatsache, dass wir heute nicht mehr Pioniere auf diesem Gebiet sind, sondern verglichen mit anderen ähnlich gelagerten Städten höchstens noch Mitläufer. Schwächen sind insbesondere im Bereich der Möglichkeiten für Kindergartenkinder (je nach Standort) und im Angebot der Oberstufe zu orten. Im Kindergarten widerspricht die passive Haltung dem Grundgedanken der möglichst frühen Förderung beispielsweise bezüglich Integration und Sprache. Mit dem Übertritt in die Oberstufe bricht zudem bei vielen Kindern - mit Ausnahme der Kathi-Schülerinnen - die Möglichkeit der Betreuung ausserhalb der Schulzeit weg, was uns gerade mit Blick auf Chancengleichheit und Gleichbehandlung doch seltsam anmutet. Das man hier mit dem Einsatz der Mittel spart, ist für uns im Hinblick der bereits vieldiskutierten Schule 2020 ein 'NoGo' und dann spätestens zu korrigieren.

Als Stärken würdigen wir die auf die verschiedenen Primar-Schulhäuser aufgeteilten Standorte, die durchwegs wahrnehmbare ausgezeichnete Stimmung und das Engagement der involvierten Personen. Die Tagesstrukturen nehmen Bereich der Integration und der Lebensschulung einen äusserst wichtigen Platz ein. Hier vermag das zusätzliche Angebot eine Riesenaufgabe zu erfüllen, eine Aufgabe, die – das kann man persönlich gut oder weniger gut finden, aber es ist die Realität - viele Familien nicht mehr wahrnehmen können. Dem hohen Engagement des Personals der Tagesstrukturen steht der hohe Spardruck, insbesondere seit dem abgelehnten Ausbau im 2010 gegenüber, und das bedeutet, dass ein beachtlicher Teil dieses Einsatzes und Engagements unentgeltlich geleistet wird beziehungsweise muss.

Nicht gebundene Ausgaben, insbesondere im Bereich der Schule, haben heute einen schwierigen Stand. Mit Blick auf diese Ausgangslage ist es verständlich, dass der SR die Anträge, obwohl in der Sache gleich, auseinanderdividiert hat. Die Evaluation auf dem alten Stadtgebiet Wil sowie die Bedürfnisabklärung haben aber gezeigt, dass mit der Gesamtheit dieser Anträge kein Luxusangebot, sondern ein realistisches Grundangebot abgedeckt wird. Wir bitten Sie, allen Anträgen des SR zuzustimmen. Besten Dank.