Freitag, 25. September 2015

Schule 2020 & Kathi Vertrag: Mein Votum im Parlament

Sehr geehrter Herr Parlamentspräsident, geschätzte Kolleginnen und Kollegen Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentarier, Stadträtinnen und Stadträte, geschätztes Publikum auf der Tribüne und geschätzte Medienschaffende

Wir befinden uns mitten in einer Kathi-Diskussion, was zugegebenermassen leider auch zu erwarten war. Ich plädiere aber dafür, dass wir dabei nicht aus den Augen verlieren, was heute eigentlich diskutiert werden sollte.

Der heute erschienene Zeitungsartikel fasst das Ziel dieser Vorlage treffend zusammen: "Das Projekt Schule 2020 umfasst eine vertiefte Analyse des Bildungsplatzes Wil, bei der alle wesentlichen Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Der Bildungsstandort soll neu positioniert werden. Aus diesem Grund sind die strategische Ausrichtung der Schule, die Schulraumplanung sowie ein Oberstufenkonzept inklusive Kathi Bestandteil des Projekts."

Gemäss Medienmitteilung der Stadt vom 18.12.2014 sollen alle Oberstufen inklusive das Kathi in „geeigneter Weise“ in einen betont ergebnisoffenen Konzeptionsprozess einbezogen werden. Bis das Gesamtkonzept und somit auch das Oberstufenkonzept vom Parlament verabschiedet wird, soll als Übergangsregelung ein – ausdrücklich befristeter - Zusatzvertrag zwischen der Stadt Wil und dem Stiftungsrat St.Katharina abgeschlossen werden. Hauptanlass für diesen „Nachtrag 1“ ist Gemeindevereinigung und die damit verbundene notwendige Erneuerung aller Verträge und Reglemente.

Vielleicht wird das Kathi in Zukunft weiterhin nur Sekundarmädchen beschulen, vielleicht auch Realmädchen, vielleicht auch Sekundar- und/oder Realknaben, vielleicht werden sogar gemischte Klassen geführt werden. Ebenso offen ist die Ausrichtung der anderen Oberstufen und wie viele Schulhäuser überhaupt nötig sind. Dazu soll und kann heute nichts gesagt werden. In einem ergebnisoffenen Prozess ist eben alles möglich.

Wichtig ist vor allem, dass diese Diskussionen zum richtigen Zeitpunkt stattfinden – und das ist genau der Punkt: Jetzt ist meiner Ansicht nach der falsche Zeitpunkt.

Den meisten vorliegenden Anträgen kann ich durchaus Sympathie abgewinnen – insbesondere fordere ich den Stadtrat dazu auf, endlich die Karten offen zu legen, wie die Zuteilung während der Übergangszeit konkret geschehen wird. Diese wesentliche Information darf den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern nicht vorenthalten werden. Auch spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass das Schulratspräsidium im Stiftungsrat vertreten sein soll.

Für mich müssen diese und weitere Aspekte aber in die Diskussion bezüglich Schulordnung einfliessen, damit sie Teil einer langfristigen Lösung werden können. Die Diskussion muss objektiv, möglichst emotionslos und vor allem sachlich geführt werden. Mit einem bestmöglichen Resultat für einen vielfältigen Bildungsplatz Wil und vor allem für alle Schülerinnen und Schüler.

Um was geht es also heute? 

Es geht lediglich darum, rechtliche Klarheit zu schaffen und Zeit zu gewinnen, bis das Gesamtkonzept Schule 2020 erarbeitet wurde. Mit der vorliegenden Kompromisslösung erhalten beide Parteien die benötigte Planungssicherheit in der Übergangszeit. Dass der "Nachtrag 1" endlich auch die Bürgerinnen und Bürger der neuen Ortsteile Bronschhofen und Rossrüti berücksichtigt - das ist nichts anderes als gerecht und längst überfällig.

Ich bitte Sie darum, allen Anträgen des Stadtrates zuzustimmen. Besten Dank.

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