Donnerstag, 31. Mai 2012

NEIN zum Monster-Kreisel

Am 17. Juni entscheiden die Wiler BürgerInnen über das Geschäft „Kapazitätsanpassung Georg-Rennerstrasse-Flawilerstrasse-Toggenburgerstrasse Wil“.  Die in der Vorlage enthaltenen Massnahmen des Kantons bringen uns WilerInnen keine positiven Effekte; was auch auch nie das Ziel der Vorlage war. Es geht einzig und alleine darum, eine Kapazitätssteigerung für die Autobahnzufahrt zu erreichen. Erwartet wird ein  Mehrverkehr von 8-10% zusätzlich zum üblichen jährlichen Verkehrswachstum. Die zu erwartenden Folgen sind klar: noch mehr Verkehr und somit Stau im gesamten Stadtzentrum, mehr (Ausweich-)Verkehr in die Wohnquartiere und nicht zuletzt Folgekosten für die Stadt Wil in Millionenhöhe. Der Öffentliche Verkehr dürfte spätestens auf der Toggenburgerstrasse ebenfalls im Stau stecken bleiben. Eine zeitgemässe Verkehrsplanung sieht anders aus. Alternative und zudem viel günstigere Lösungen um die Fahrplanstabilität des ÖV zu sichern wurden in der Parlamentsdebatte aufgezeigt. Die Stadt Wil erträgt nicht noch mehr Verkehr in den Spitzenzeiten!
Diese 10 Millionen Franken wären denkbar schlecht investiert, und das nicht nur angesichts der finanziellen Schwierigkeiten des Kantons und den damit verbundenen sehr schmerzhaften Sparübungen, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Energie und Umwelt, Jugend und im Sozialwesen. Sagen auch Sie wie die Mehrheit des Stadtparlamentes entschieden NEIN zu diesem Unsinn!

Michael Sarbach
Vizepräsident Stadtparlament Wil, GRÜNE prowil / Junge Grüne & KulturfreundInnen
www.lipo-kreisel-nein.ch

Überparteiliches Komitee gegen "LIPO-Kreisel" gegründet

VertreterInnen von GRÜNE prowil, SP, CVP, Grünliberalen, SVP und Jungen Grünen haben sich zu einem NEIN-Komitee betreffend Vorlage "Kapazitätsanpassung  Georg-Rennerstrasse-Flawilerstrasse-Toggenburgerstrasse Wil" beziehungsweise "Projekt Lipo-Kreisel" zusammengeschlossen. Eine Mehrheit des Parlamentes hatte sich gegen das Geschäft ausgesprochen, die FDP hat dann das Referendum ergriffen (ich hatte hier berichtet). Stimmen auch Sie NEIN zu diesem unsinnigen 10-Millionen-Projekt!

Weitere Information auf der Homepage des Komitees:
www.lipo-kreisel-nein.ch

Wiler Nachrichten, 31.5.2012


Mittwoch, 23. Mai 2012

JA zur Abstimmungsvorlage „Arbeitsintegration“ am 17. Juni


Die Stadt Wil als Zentrumsgemeinde weist eine hohe Zahl an SozialhilfebezügerInnen aus. Das Ziel der Vorlage „Arbeitsintegration von Sozialhilfe empfangenden Personen“, über welches wir am 17. Juni abstimmen, ist die möglichst rasche (Wieder-)Integration der Klientinnen und Klienten in die Arbeitswelt. Der Mechanismus „Leistung-Gegenleistung“ ist ein zentrales Element der Vorlage. Mit einem Mix aus repressiven, aber auch fordernden und vor allem fördernden Massnahmen, sollen die KlientInnen in die Pflicht genommen werden. Dabei wird das Rad keineswegs neu erfunden, denn die zentralen Projekte dieser Vorlage wurden in Winterthur bereits erfolgreich umgesetzt.

Angebot „Passage“
Gleich zu Beginn wird ein Tatbeweis für den Arbeitswillen in Form eines 30-tägigen Arbeitseinsatzes (Passage) für das Gemeinwesen eingefordert und eine Einschätzung insbesondere zur Arbeitsmarktfähigkeit der Person vorgenommen. Im Gegensatz zur aktuellen Situation, wo der Kontakt zwischen Behörden und KlientInnnen hauptsächlich aus Anmelde- und einzelnen Beratungsgesprächen besteht, können sich die Verantwortlichen nun ein genaueres Bild ihrer KlientInnen machen. Auch besteht die Möglichkeit, Personen gezielt bei der Arbeitssuche und bei Problemen mit Schulden, Vermietern etc. zu unterstützen.

Coach für junge Erwachsene
Es ist zu beobachten, dass sich eine bedenklich hohe Anzahl junger erwerbsfähiger Erwachsener in der Sozialhilfe befindet. Bei dieser Gruppe besteht die ernsthafte Gefahr, dass sie, ohne gezielte Massnahmen und ohne rasches Handeln, ein ganzes Leben lang von der Sozialhilfe abhängig bleiben. Soziale und gesellschaftliche Tragik und enorme öffentliche Kosten wären die Folge. Junge Erwachsene, welche sich schwer tun mit dem Einstieg ins Berufsleben, die Lehre abbrechen oder schon gar keine beginnen und sich von ihren Eltern kaum noch etwas sagen lassen, sollen einen Coach erhalten. Diese pädagogisch ausgebildete Person kann diese jungen SozialhilfeklientInnen engmaschig begleiten und ihnen auch mal „Nachspringen“, wenn sie sich nicht melden. Durch die Beziehung mit der Begleitperson sollen persönliche „Krisen“ aufgefangen und die jungen Erwachsenen für den Berufseinstieg motiviert werden.

Sämtliche Parteien haben sich im Grundsatz klar für diese äusserst wichtige Vorlage ausgesprochen, denn nur mit aktiver Arbeitsintegrationsunterstützung können die steigenden Kosten langfristig stabilisiert werden. Sagen darum auch Sie JA zur „Arbeitsintegration von Sozialhilfe empfangenden Personen“ am 17. Juni!


Michael Sarbach
Vizepräsident Stadtparlament Wil, GRÜNE prowil / Junge Grüne & KulturfreundInnen

Meine Empfehlungen für die Abstimmungen am 17. Juni


National:
- NEIN zur Volksinitiative "Eigene vier Wände dank Bausparen"
- NEIN zur Volksinitiative "Für die Stärkung der Volksrechte in der Aussenpolitik"
- STIMMFREIGABE zu Managed Care (ich bin selber noch untentschlossen)

Kantonal:
- NEIN zum VI. Nachtrag zum Ergänzungsleistungsgesetz

Stadt Wil:
- NEIN zur Kapazitätsanpassung Georg-Rennerstrasse-Flawilerstrasse-Toggenburgerstrasse Wil
- JA zur Arbeitsintegration von Sozialhilfe empfangenden Personen

Dienstag, 15. Mai 2012

Sonntag, 6. Mai 2012

«Magische Momente»

Der Gare de Lion ist nicht nur für Junge da. Michael Sarbach, Programmchef, erklärt warum.

Herr Sarbach, wie vertragen sich solche «Oldies-Konzerte» mit dem Image des Gare de Lion als «Jugendschuppen»?

Michael Sarbach: Die Partys werden mehrheitlich von jüngeren Gästen zwischen 20 und 30 besucht. Das Publikum bei Konzerten setzt sich aber aus Gästen aller Altersgruppen zusammen. Ich würde nicht sagen, dass wir gezielt «Oldies-Konzerte» organisieren, sondern dass im Rahmen unseres äusserst breit gefächerten Kulturangebotes ab und zu Themen dabei sind, welche auch ein älteres Publikum ansprechen.
Gerade Acts wie Popa Chubby, Mothers Finest oder Philipp Fankhauser vermögen Musikbegeisterte über alle Altersgrenzen hinweg zu begeistern.

Was, glauben Sie, möchte die Elterngeneration sehen und hören im Gare de Lion?

Sarbach: Zumindest in der Tendenz interessiert sich das Publikum der Region Wil ab 40 weniger für neue Musik, Newcomer oder Experimente. Gefragt sind vor allem etablierte Künstler und Künstlerinnen in den Bereichen Rock, Funk, Blues und auch bekanntere Schweizer Acts.
Es ist aber so, dass wir uns als praktisch selbsttragender Kulturverein solche Acts nur in den seltensten Fällen leisten können. Die meisten Bemühungen scheitern darum häufig am Umstand, dass wir mit unserem Budget schlicht nicht mit den anderen Konzertveranstaltern mithalten können. Damit das Risiko für uns halbwegs tragbar bleibt und es zu einem Vertragsabschluss kommt, sind jeweils grosses Verhandlungsgeschick und gute persönliche Beziehungen gefragt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesen Konzerten gemacht ?

Sarbach: Die Konzerte der beim «älteren» Publikum bekannteren internationalen Künstlerinnen und Künstler sind immer sehr gut besucht. Trotz den für unsere Verhältnisse hohen Eintrittspreisen enden sie in der Regel aber defizitär. Die Gagen sind um ein vielfaches höher, die Organisation aufwendiger und die Künstler anspruchsvoller. Im Gegensatz zu Partys kann man bei Konzerten leider nicht betriebswirtschaftlich rechnen. Man hätte sonst Ticketpreise, welche niemand bezahlen würde.
Die Verluste fangen wir einerseits mit den Subventionsbeiträgen, vor allem aber mit den Gewinnen der Partys und mit Lohnverzicht auf. Trotzdem finden immer wieder hochkarätige internationale Künstler einen Platz in unserem Programm – denn miterleben zu können, wie ein gut gelauntes Publikum diese magischen Live-Momente hier bei uns in Wil geniessen kann, ist für uns jedes Mal etwas ganz Besonderes.

Interview: Michael Hug
Quelle: Tagblatt Online, 05. Mai 2012 01:08:41