Donnerstag, 12. April 2012

"Als Herrscher von Wil würde ich..."


Was sind die politischen Anliegen junger Leute in Wil? Was erwarten sie von der Stadt und der Region? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, befragten die regionalen Jungparteien am 25. Februar jugendliche Passanten auf der Oberen Bahnhofstrasse. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengestellt und dem Stadtpräsidenten übergeben.

Übergabe der Ideensammlung vor dem Rathaus (v.l.n.r): Johannes Leutenegger (JGLP), Michael Sarbach (Junge Grüne), Stadtpräsident Bruno Gähwiler (CVP), Lucienne Suter (JUSO) und Marc Flückiger (Jungfreisinnige)
An der Organisation der Umfrage beteiligten sich sämtliche Jungparteien der Region Wil: Jungfreisinnige, Junge Grüne, JCVP, JGLP, JSVP und JUSO. Nach dem Motto „Als Herrscher von Wil würde ich …“ konnten interessierte Jugendliche auf farbigen Post-It-Zetteln ihre Ideen festhalten, wie sie die Stadt und die Region für junge Leute attraktiver gestalten würden. Nur vereinzelt kam es vor, dass Befragte nicht an der Aktion teilnehmen wollten, weil sie angeblich wunschlos glücklich sind. Viele junge Passanten liessen sich zum Mitmachen überreden und so füllte sich die vorbereitete Stellwand rasch mit Zetteln. Das Angebot für eine Tasse Punsch wurde angesichts des damals noch recht winterlichen Wetters selten ausgeschlagen. Die Gelegenheit zu einem Gespräch mit den anwesenden Jungpolitikern wurde auch von älteren Personen genutzt. Viele lobten die Bereitschaft der Wiler Jungparteien, für einmal gemeinsame Sache zu machen. Solche Kooperationen über alle Parteigrenzen hinweg sind in der Tat unüblich, doch beabsichtigen die Jungparteien, sich künftig regelmässig auszutauschen und nach Möglichkeit weitere gemeinsame Projekte zu lancieren.

Die Resultate der Umfrage wurden anlässlich einer Sitzung geordnet und gewichtet. Die gesammelten Ideen betreffen verschiedenste Themenbereiche: Integration, Wirtschaft, Freizeit, Verkehr, Sicherheit, Infrastruktur, Schule und Umwelt. Mehrfach genannt wurden insbesondere mehr Ausgangsmöglichkeiten für Junge und ein besseres ÖV-Angebot. Viele Anliegen wurden von allen beteiligten Jungparteien als berechtigt befunden. Bei anderen fiel die politische Wertung erwartungsgemäss unterschiedlich aus. Schliesslich gibt es auch schlichtweg utopische Wünsche, und solche, für die sich die regionalen Jungparteien als nicht zuständig erachten, da sie auf kantonaler oder nationaler Ebene umgesetzt werden müssten. Gerade im Bereich der Freizeitgestaltung könnten viele Ideen durch private Initiativen verfolgt werden. Dies betonte auch Stadtpräsident Bruno Gähwiler, der die Zusammenstellung der Ideen am vergangenen Dienstag entgegen nahm. Er verwies darauf, dass er als Stadtpräsident in vielen Bereichen nur einen beschränken Handlungsspielraum habe. Zudem sei die Realisation vieler wünschbarer Projekte, insbesondere im Bereich Infrastruktur und öffentlicher Verkehr, aus finanziellen Gründen schwierig. Dass einige der Vorschläge dereinst in konkreten politischen Projekten münden können, schliesst der Stadtpräsident aber nicht aus.


Hinweis: Die Broschüre mit den Ergebnissen ist unter www.jungegruene-wil.ch/jungparteien zu finden.

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