Mittwoch, 22. Februar 2012

Kapazitätsanpassung, nicht Verkehrsentlastung!

Zur Medienmitteilung der FDP "Wiler Verkehrsentlastungsprojekt kommt zur Volksabstimmung"

Das Projekt heisst ganz bewusst nicht "Wiler Verkehrsentlastungsprojekt", sondern «Kapazitätsanpassung Georg-Rennerstrasse-Flawilerstrasse-Toggenburgerstrasse Wil». Warum wohl? Weil es dabei um Kapazitätsanpassungen (= ausgewiesener zusätzlicher Mehrverkehr von 8-9%) und im Gegenteil keineswegs um "Verkehrsentlastungen" geht.

Dass die FDP das Projekt kurzerhand für ihre Zwecke umtauft, ist zugegebenermassen ein lustiger - wenn auch nicht ganz ehrlicher - Trick. Man könnte gar so weit gehen zu behaupten, dass die FDP die Bevölkerung damit bewusst in die Irre führt, um an die nötige Anzahl Unterschriften für das Referendum zu kommen. Zumindest die Zeitungen sind ja offenbar schon darauf reingefallen.

Das Ziel des Mega-Kreisels war es in erster Linie, die Autobahn von in Zukunft möglichem Rückstau zu entlasten, indem der Verkehr noch schneller nach Wil und ins Toggenburg gebracht würde. Flankierende Massnahmen fehlen gänzlich und das Projekt würde das Lindenhofquartier damit massiv abwerten. Die sehr begrenzte Verbesserung der Bus-Situation war bestenfalls ein willkommener Nebeneffekt - aber es ist abzusehen, dass der Bus durch den ausgelösten Mehrverkehr spätestens an der Toggenburgerstrasse im Stau stecken bleibt.

Es ist der weitsichtigen Mehrheit des Parlamentes zu danken, dass eine Fehlentwicklung verhindert werden konnte und vom Kanton nun eine neue Lösung mit Dosieranlagen und entsprechender Strassenraumgestaltung mit wirkungsvollen Verkehrsberuhigungsmassnahmen ausgearbeitet werden kann. Nur so kann der Bus bevorzugt werden, ohne in der Stadt mehr Stau zu verursachen.

Ich rate daher allen davon ab, dieses irreführende Referendum zu unterschreiben und damit auch noch Mehrkosten für eine Volksabstimmung auszulösen!

Michael Sarbach
Mitglied Stadtparlament Wil, GRÜNE prowil / Junge Grüne & KulturfreundInnen

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