Mittwoch, 16. März 2011

Am Wiler Angebot beteiligen

Zum Artikel «Für eine grenzenlose Kulturförderung» (Wiler Zeitung vom 25. März)

Mit grosser Freude habe ich den Artikel «Für eine grenzenlose Kulturförderung» gelesen. Die Schaffung eines überregionalen und kantonsübergreifenden Kulturfonds ist ein Anliegen, welches die Jungen Grünen schon seit längerer Zeit teilen. Dass Kultur in der Region Wil gemeinde- und somit auch kantonsübergreifend ist, zeigen nicht nur erfolgreiche regional verwurzelte Feste, Open-Airs und Theaterproduktionen in und um Wil, sondern auch etablierte fixe Kulturstätten wie der Kulturbahnhof Gare de Lion, die Tonhalle, das Kellertheater, der Stadtsaal oder die Lokremise. Mit den geplanten Beiträgen von bis zu 10 000 Franken an Veranstaltungen wird die kulturelle Vielfalt in der Region zweifellos gestärkt und gefördert – vor allem auch in den Agglomerationsgemeinden um Wil herum, was natürlich sehr erfreulich ist.

Eher bedauerlich ist jedoch, dass die Idee wohl noch nicht zu Ende gedacht wurde und mit einer eher «kleinen Kelle» angerührt wird. Die grossen und kostenintensiven Kulturinstitutionen der Stadt Wil dürfen meiner Meinung nach nicht ausgeklammert werden. Ich wünsche mir in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Wil eine aktive Führungsrolle einnimmt und die Idee des Fonds auch dazu nutzt, die eigenen Kosten für Zentrumslasten und Kulturinfrastruktur abzuschwächen. Durch den Kulturfonds würden sich die Regio-Wil-Gemeinden endlich angemessen an diesen Kosten beteiligen. Die Besucherzahlen zeigen, dass von den Wiler Kulturstätten jedes Jahr mehrere zehntausend Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region profitieren – die Kosten und Lasten tragen aber praktisch immer ausschliesslich die Steuerzahler der Stadt Wil. Wenn Wil also pro Einwohner Geld in einen Kulturfonds einzahlen soll, von dem dann wohl überwiegend Veranstalter in den umliegenden Gemeinden profitieren werden, dann wäre es nicht mehr als fair, wenn sich die umliegenden Gemeinden im Gegenzug auch angemessen am Kulturangebot der Stadt Wil beteiligen.

Michael Sarbach
Stadtparlamentarier, Junge Grüne und Kulturfreunde
Lindenstrasse 7
9500 Wil