Dienstag, 2. September 2008

Kinderfreundlichste Stadt

Die Präsidenten der Grünen prowil und der Jungen Grünen, Kurt Stocker und Michael Sarbach, legen die Partei- und Fraktionsziele dar. Nach ihnen muss sich Wil zur familienfreundlichsten Stadt des Kantons entwickeln.

Was haben Ihre Partei und Ihre Parlamentsfraktion in der zu Ende gehenden Amtsperiode erreicht? Was daran ist besonders erwähnenswert?

Kurt Stocker/Michael Sarbach: Die Fraktion Grüne prowil ist von vier auf sechs Personen angewachsen (4 prowil und 2 Junge) und hat dadurch an Einfluss gewonnen. Esther Spinas hat 2007 als Parlamentspräsidentin das Parlament effizient und sehr sympathisch geleitet. Guido Wick setzt sich als Präsident der wichtigen Bau-, Umwelt- und Verkehrskommission dafür ein, dass die Geschäfte dieser Kommission mit der nötigen Sorgfalt behandelt werden. Wir haben uns für die Kultur und ein kinderfreundliches Wil eingesetzt und sind beim Stadtrat auf offene Ohren gestossen. Es ist uns gelungen, im Strassenverkehr Verbesserungen für Menschen mit Gehbehinderungen und beim TBW-Neubau eine Lösung im Minergie-Eco-Standard zu bewirken. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Stadt dank unserer Intervention das Land in Neualtwil um 1,1 Millionen Franken teurer verkaufen konnte, als der Stadtrat es ursprünglich verkaufen wollte. Weitere Vorstösse betrafen den Erhalt der Intercity-Direktverbindungen und den Verzicht auf einen Landverkauf aus der Grünzone an einen ehemaligen Angestellten der Stadt.

Was für Wahlziele hat Ihre Partei?

Stocker/Sarbach: Wir streben mit den verbundenen Listen Grüne prowil und Junge Grüne & KulturfreundInnen einen zusätzlichen Sitz im Parlament an. Die 40 Kandidierenden zeigen, dass unsere Politik breit abgestützt ist. Beim Schulrat setzen wir uns dafür ein, dass zusätzlich zu unserem bisherigen Schulrat Daniel Schönenberger auch die neue Kandidatin Christa Somm gewählt wird. Ein wichtiges Ziel ist die Wahl von Guido Wick in den Stadtrat. Mit seiner langjährigen Parlamentstätigkeit und seiner 13jährigen beruflichen Beratungserfahrung im Bereich der betrieblichen Effizienzsteigerung wird er verantwortungsvoll zu einer Verbesserung der Tätigkeit des Stadtrates beitragen.

Was für allgemeine Ziele haben Partei und Fraktion für die kommenden vier Jahre?

Stocker/Sarbach: Wil muss als Wohn- und Arbeitsort attraktiver werden und sich zur familienfreundlichsten Stadt des Kantons entwickeln. Die Sicherheit der Velo- und Fussgängerverbindungen und auch das Stadtbusangebot müssen verbessert werden. Wenn mehr Personen zu Fuss, mit dem Velo oder dem Bus unterwegs sind, werden auf den Strassen die Staus in den Spitzenzeiten abgebaut. Die Finanzierung des Sportparks Bergholz muss gegebenenfalls mit einer Etappierung gesichert werden und die umliegenden Gemeinden sollten für die Mitfinanzierung gewonnen werden. Gegen den Wildwuchs von Mobilfunkantennen muss eine Versorgungsplanung im Baureglement eingeführt werden. Die Altstadtplätze und die städtischen Grünflächen sollen aufgewertet werden. Die Jungen Grünen werden sich besonders für ein umfassendes Kulturkonzept unter Berücksichtigung der Alternativkultur und privater Freizeitangebote einsetzen. Die Stadt soll sicherstellen, dass ausreichend Ateliers und Proberäume bereitstehen.

Welche Projekte der Stadtentwicklung stehen für Sie im Mittelpunkt? Wofür treten Partei und Fraktion besonders ein?

Stocker/Sarbach: Das erarbeitete Stadtentwicklungskonzept zeigt im strategischen Schlüsselprojekt «städtebauliche Integration der Hauptstrassen» Lösungsansätze auf, mit denen die Strassen in der Stadt aufgewertet und dabei Gefahren, Lärm und Verkehrsstaus abgebaut werden können. Aus dem Stadtentwicklungskonzept müssen mit Kosten-Nutzen-Betrachtungen diejenigen Projekte zuerst angepackt werden, die mit kleinen Kosten viel bewirken. Erfreulich sind die im Stadtentwicklungskonzept vorgeschlagenen Massnahmen in den Bereichen Umwelt und Energie, Natur und Naherholung. Es ist uns wichtig, dass das Konzept umgesetzt und nicht einfach schubladisiert wird. Bei der Schulentwicklung setzen wir uns dafür ein, dass das bestehende breite Angebot an Oberstufenschulen weiter ausgebaut wird. Die Bedürfnisse der Jugendlichen und der Eltern müssen ernst genommen werden.

Wie steht Ihre Partei zur Fusion mit der Gemeinde Bronschhofen?

Stocker/Sarbach: Für eine Fusion sind wir offen. Es wäre sicherlich besser gewesen, wenn die Fusion vor dem Bau der Oberstufenschule und des Gemeindehauses in Bronschhofen behandelt worden wäre. Die beiden Städte müssen in Fragen der Raumplanung, des Verkehrs, der Finanzpolitik und der Schulpolitik einen Konsens finden.

Interview: Richard Ammann

Wiler Zeitung, 1.9.'08, Richard Ammann

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