Mittwoch, 28. November 2007

Was planen die SBB mit Wil 2012?

Intercity-Züge sollen weiterhin in Wil halten

Die IG «Pro Stadtbus Wil» lud am Freitag zu einer Diskussion im Hof zu Wil ein. Behandelt wurde dabei das für reichlich Gesprächsstoff sorgende Thema um die Schnellzughalte in Wil ab 2012. Ziel der IG ist es, Intercity-Züge weiterhin in Wil halten zu lassen.

Christoph Heer

Vor dem Referat «Was planen die SBB mit Wil 2012?» von Andreas Bieniok, Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen und der öffentlich geführten Diskussionsrunde, hielt die IG Pro Stadtbus Wil ihre siebte Mitgliederversammlung ab. Yvonne Gilli, Präsidentin der IG Pro Stadtbus Wil und neu gewählte Nationalrätin (Grüne Partei), äusserte sich dabei über den öffentlichen Verkehr, wie er sich bewegt, vernetzt und auch die Unterstützung aller Benutzer und Stimmbürger braucht.

«Für Bewegung in Bezug auf den öffentlichen Verkehr sorgen im Moment vor allem die Pläne der SBB. Für uns Wiler geht es dabei um die Frage, ob wir in einigen Jahren überhaupt noch direkt mit dem Rest der Schweiz verbunden sind, oder ob die Züge in Zürich enden», äusserte sie sich.

Wiler Stadtrat muss sich wehren

Weiter appellierte sie, dass es nicht nur darum gehe, ein flächendeckendes, öffentliches Netz mit schlanken Anschlüssen zu haben, sondern vermehrt auch regional zu denken.

Aus diversen Anbietern wurde in den letzten Jahren die Wilmobil gegründet, ein Unternehmen, in welches auch der Stadtbus integriert worden ist. Die schnellen Intercity-Züge sollen auch nach 2012 in Wil halten, dies fordern die Grünen der Stadt Wil. Wenn die national vorgenommenen Verkehrsanpassungen in Kraft treten würden, müsste Wil mit einer massiven Angebotsverschlechterung rechnen. Andreas Bieniok referierte, erklärte und beantwortete Fragen, die von den Gästen gestellt wurden.

«Das bestehende Schnellzugangebot wird auch nach der Einführung des neuen S-Bahn-Konzeptes 2013 gleich bleiben», erklärte Bieniok. Wobei in diesem Fall das S-Bahn-Netz zwischen Wil und St. Gallen verdichtet würde. Positiver Aspekt sei auch die Tatsache, dass ein schneller Neigezug die Strecke Zürich–St. Gallen, ohne Halt in Wil, in 58 Minuten zurücklegen könnte (momentan 63 Minuten).

Michael Sarbach aus Wil genoss es, für einmal konkrete Fragen stellen zu können und war froh, diesen Anlass besucht zu haben. «Wil ist doch ein Verkehrsknotenpunkt. Wenn dann der Schnellzug nicht mehr hält, kommt das einer Abwertung unserer Stadt gleich», mutmasste er. «Ich kann mir auch gut vorstellen, dass, wenn diese Änderung in Kraft treten würde, dies für einige Grund genug wäre, von Wil wegzuziehen, oder sich dementsprechend gar nicht in der Äbtestadt niederzulassen», wagte er die Vermutung. Weiter betonte der zwischen Wil und Zürich pendelnde Wiler, dass auch der Komfort unter der Einführung des neuen Schnellzugangebotes sicherlich leiden würde.

Für Gesprächsstoff ist gesorgt

Dass die Intercity-Züge in Wil (und Gossau) nicht mehr halten sollen, wird auf jeden Fall noch für einige hitzige Debatten sorgen. Laut Bieniok steht dabei das Miteinander im Vordergrund: «Es darf nicht sein, dass sich innerhalb des Kantons St. Gallen die verschiedenen Gemeinden und Regionen bekriegen. Nur zusammen findet man eine geeignete Lösung, die für alle annehmbar und von Vorteil ist.»

(c) Wiler Zeitung / Tagblatt 26.11.2007

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