Montag, 30. Juli 2007

Mehr Junge wählen!

Die Jungen sind in den Parlamenten in der Schweiz klar untervertreten. Die Parole vergangener Zeiten - "No Future"; ein Protest von jungen Erwachsenen und Jugendlichen gegen das gesellschaftliche und politische Establishment - ist heute bei vielen einer Ohnmacht gegenüber der Politik der alten Herren und der wenigen alten Damen gewichen. Diese Ohnmacht drückt sich unter anderem in der Zunahme von Sachbeschädigungen und Jugendgewalt aus. Die Jungen wollen und müssen heute die Probleme von morgen selbst in die Hand nehmen, haben aber praktisch keine Möglichkeiten. Ausserparlamentarische Begehren werden abgeblockt; in den Parlamenten beschäftigt man sich lieber mit Pseudo-Umweltpolitik, Stellenabbau, Abschottung und Isolation, Rassismus, Filzwirtschaft und nicht zuletzt Angstmacherei - was zusätzliches Öl ins Feuer giesst. Die kurzsichtige Politik der "Alten" zielt vielfach an den Bedürfnissen und Ängsten der jüngeren Generationen vorbei. Für viele Junge geht es schlicht und einfach um die Angst, keine Lehrstelle zu finden, das Arbeitsleben ohne Stelle beginnen zu müssen oder um die in Frage gestellte Sicherung der Altersvorsorge und des Gesundheitswesens. Es geht auch darum, eine langfristige Stelle zu finden, die es einem auch finanziell erlaubt, das Risiko einer Familiengründung einzugehen. Es geht um die Klimaerwärmung und um eine Umwelt, in der Menschen - nicht zuletzt die eigenen Kinder - auch in dreissig Jahren noch unbeschwert leben können. Solange diese Grundbedürfnisse nicht gesichert sind, hat es keinen Sinn mit Pflästerlipolitik und plakativen Parolen auf Wählerfang zu gehen.

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